Hilfe an Silvester

Sehr viele Hunde haben an Silvester große Angst. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, deinem Hund zu helfen sowie einige Dinge, die du unbedingt beachten solltest! Das Wichtigste in Stichpunkten zusammengefasst:

Gefahren vermeiden (an allen Tagen, an denen geschossen wird 29.12. – 07.01.)

  • Hunde ausnahmslos an der Leine führen
  • Hunde DOPPELT sichern*, die:
    • Silvester zum ersten Mal erleben
    • neu adoptiert wurden
    • generell Ängste haben oder sehr geräuschempfindlich sind
    • sehr sensibel reagieren
    • aufgrund von Krankheit oder Alter eine andere Wahrnehmung der Reize haben

*d. h. der Hund trägt ein Sicherheitsgeschirr oder ein normales Geschirr + Halsband -> in beiden wird je eine Leine eingehängt. Bei Panikhunden geht man auf Nummer sicher, indem sich die zweite Leine am Körper (z. B. Joggergurt) befindet, so dass der Hund sich unter keinen Umständen versehentlich losreißen kann.

  • NIEMALS Vetranquil (heißt auch: Sedalin, Calmivet, Prequillan, Wirkstoff: Acepromazin) geben!
    Dieses Medikament lähmt die Muskulatur, der Hund bekommt geistig aber alles mit und ist nicht mehr in der Lage, sich zu bewegen, zu hecheln oder auf irgendeiner Weise mit seiner Angst umzugehen.
  • generell auf Medikamente verzichten – denn jedes Psychopharmaka kann eine Umschlagwirkung zeigen. Das heißt, der erzielte Effekt schlägt in das Gegenteil um und der Hund erlebt eine schreckliche Panikattacke!

Silvester meistern

  • Adaptil (früher D.A.P.) Zerstäuber (ein paar Wochen vorher beginnen – und darauf achten, ob sich der Hund gerne in der Nähe des Zerstäubers aufhält)
  • Relaxodog
  • den Hund frühzeitig in einem ruhigen Gebiet spazieren führen (wenn es noch hell ist)
  • abends zum Lösen nur in den Garten lassen (im Zweifel gesichert!)
  • Fenster schließen, Vorhänge schließen, Licht anmachen
  • Radio oder Fernseher mit nicht stressendem Programm in angenehmer Lautstärke laufen lassen
  • den Hund keinesfalls alleine lassen
  • CD: Through a Dog’s Ear, Lisa Spector
  • Rescue Tropfen können regelmäßig gegeben werden
  • Thundershirt
  • „Muff Muffs“ = Ohrenschützer für Hunde -> diese müssen frühzeitig positiv antrainiert werden!
  • Nahrungsergänzungen (L-Theanin, B-Vitamine)
  • Bachblüten
  • falls der Hund noch fressen kann: z. B. Kong oder Leckerliball mit Lieblingsfutter füllen, Lieblings-Kauartikel geben – alles ist erlaubt, was der Hund verträgt und mag! -> Aufmerksamkeitsteilung!

Warum an der Angst trainieren?

  1. Nichts generalisiert sich so schnell wie Geräuschangst!
    Das heißt: lösten anfangs nur die Schüsse an Silvester Angst aus, so werden nach und nach ähnliche Geräusche zum Auslöser, die während des ganzen Jahres Probleme bereiten können.
  2. Angst zieht Kreise!
    Beispiel Gewitter: Zunächst hat der Hund Angst vor Donner und Blitz, später bereits schon bei Sturm und Platzregen und bald schon, wenn nur dunkle Wolken aufziehen.
  3. Die Angst zu ignorieren hilft NICHT!
    Der Hund orientiert sich nicht an dem entspannten Menschen, der ihn aber völlig ignoriert, sondern ist in seiner Angst alleine gelassen.
  4. Im schlimmsten Fall wird der Hund generell ängstlicher und hat immer weniger entspannte Phasen, was zu weiteren Problemen im Alltag führt.

Trainingsmöglichkeiten:

  • Geräuschetraining
  • Entspannungstraining
    • Signalwort
    • Musik
    • Duft
    • Isometrische Übungen
    • Touches
    • Massagen
    • Übungen (z. B. Clickern)
  • Sicherheitszone aufbauen

Ignorieren oder Trösten?

Angst ist eine Emotion und kann nicht durch eine positive Reaktion des Menschen verstärkt werden. Wichtig: Der Hund muss die Reaktion als positiv empfinden! Ignorieren des Hundes jedoch ist eine negative Reaktion und kann die Angst durchaus verstärken. Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen und gleichzeitig Trost spenden ist etwas ganz anderes als Ignorieren!

Damit „Trösten“ deinem Hund auch wirklich hilft, solltest du folgendes beachten:

  • + Positiv:
    • ruhiges langsames Streiche(l)n über den Körper
    • Kontaktliegen
    • Nähe anbieten
    • Vorlesen
    • Ruhe und Gelassenheit vermitteln
    • Verständnis zeigen
  • Negativ:
    • hektisches Streicheln
    • Bedrängen und Nähe aufzwingen
    • Auf den Arm nehmen, auf den Schoß setzen, herumtragen (individuell verschieden!)
    • auf den Hund unnatürlich einreden und ihn bedauern

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